Ich weiss nicht, was zu meinem Besten ist!

Vom Frust zum Geschenk: Warum scheinbare Misserfolge oft der Schlüssel zu etwas Größerem sind – und wie Vertrauen ins Leben möglich wird, obwohl Pläne zerbrechen.

Ist es dir auch schon passiert, dass du bei einem „Problem“ zuerst dachtest:
„So ein Mist, wieso passiert mir schon wieder so eine doofe Situation?“ „Immer ich!“

Genau so erging es mir.

Ich hatte eine Weiterbildung im Fitness-Bereich zur „Bewegten Brain Trainerin“ absolviert – eine Methode, die Bewegung mit Gehirntraining verbindet. Spitzen-Thema, absolut alltagstauglich, davon könnte jede*r profitieren. Ich war Feuer und Flamme und voller Vorfreude, meine Kurs-Serie zu starten. Ich sah schon die Gruppen vor mir, die von diesem Training richtig profitieren würden.

Die Weiterbildung war anstrengend, hat mich Zeit, Energie und Geld gekostet – aber ich habe unglaublich viel gelernt und mein Wissen über die Funktionsweise unseres Gehirns erweitert.

Tja, und dann haben sich genau drei Menschen angemeldet. Ich startete trotzdem. Noch bevor es losging, wurde eine Teilnehmerin krank. Eine andere hörte nach drei Mal auf, weil es in ihrem Leben gerade zu viel wurde. Am Ende blieb genau eine Teilnehmerin übrig – und sie hat für sich fantastische Resultate erreicht. Aber unternehmerisch war es ein Misserfolg.

Ich war enttäuscht, demotiviert und innerlich richtig getriggert. Ich dachte: „Wieso immer ich?“

Doch dann – ein paar Monate später – bekam ich eine Anfrage für ein Projekt, das sich als Riesengeschenk herausstellte. Und ich begriff: Wenn mein Kurs damals voll gewesen wäre, hätte ich niemals die Zeit gehabt für dieses Projekt.

Das Leben hatte mir also, obwohl ich es nicht so sah, einen Umweg geschenkt, der viel besser zu mir passte.

Wenn etwas nicht nach Plan läuft

Und genau hier liegt die Essenz: Ich weiss nicht, was zu meinem Besten ist. Ich glaube, ich wüsste es – aber meine Basis ist fehleranfällig, lückenhaft und voller verzerrter Annahmen. Wenn etwas nicht nach Plan läuft, meldet sich sofort die Angst vor Veränderung. Wir fürchten den Kontrollverlust und die damit verbundenen Gefühle wie Angst, Frust, Sorgen, Ärger, Hilflosigkeit. Wir wollen kontrollieren, festhalten, steuern.

Frau sitzt erschrocken vor ihrem Computer

Doch was, wenn ich gar nicht kontrollieren muss? Was, wenn es reicht, die Gefühle, die ausgelöst werden, wahrzunehmen und die darunterliegenden Überzeugungen zu hinterfragen? . Offen dafür zu bleiben, dass es auch Mal unklar sein darf oder die Leere nicht gleich wieder gefüllt werden muss. Und darauf zu vertrauen, dass das Leben vielleicht etwas Besseres bringt?

Gott sei Dank bin ich den losgeworden

Ich erinnere mich an eine Teilnehmerin in meiner Mentaltrainingsgruppe. Sie war mitten in einem tiefen Prozess, kämpfte mit alten blockierenden Überzeugungen, die sie jahrelang niederdrückten. Und dann, fast wie ein Erwachen, hellte sich ihr Gesicht auf. Sie grinste erleichtert und sagte:
„Gott sei Dank, bin ich den los! Es ist total gut, wie es jetzt ist.“ Und ich erinnere mich, dass sie so lachen musste, bis die ganze Gruppe Tränen gelacht hat.
Dieser Moment war pure Erleichterung, Aufatmen. Was eben noch schwer und schmerzhaft war, wurde im selben Augenblick zu unbeschwerter Freiheit.

Nachher sind wir immer klüger

Wie oft hast du schon eine Krise oder eine Veränderung erlebt, die dich anfangs völlig fertiggemacht hat – und später stellst du fest:

Es war das Beste, was mir passieren konnte.

Wenn wir das im Moment des Schmerzes wüssten, müssten wir nicht so sehr leiden.

Vielleicht ist das die Einladung: Nicht alles kontrollieren zu wollen, sondern mutig zu vertrauen.

Und wir könnten uns daran erinnern:

Immer wenn wir leiden, glauben wir etwas über uns, das nicht wahr ist.

Und auch wenn uns diese Überzeugung nicht bewusst ist, können wir uns immer daran erinnern, dass das, war wir gerade glauben, einfach nicht die Wahrheit sein kann. Es muss einen Denkfehler geben, den wir machen. Sonst wären wir glücklich. Also wärst du bereit, nicht Recht zu haben? Daneben zu liegen? Einfach keinen blassen Schimmer zu haben, was in dieser Situation zu deinem Besten ist? Und stattdessen glücklich zu sein?

Genau darin liegt deine Freiheit.

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